Schmetterlinge am Wanderweg

Schmetterlinge farbenprächtig und fröhlich

Auf unseren Wanderungen begegnen uns in diesen sommerlichen Tagen regelmäßig Schmetterlinge. Sie flattern fröhlich spielerisch durch die Luft und faszinieren uns mit ihren prächtigen Farben. Bis heute sollen rund 170.000 Arten beschrieben sein. Spontan fällt uns erst mal nur der Zitronenfalter und Kohlweißling ein. Doch es gibt bei uns weit mehr Arten und es lohnt sich ein wenig mehr über diese interessante Insektenart in Erfahrung zu bringen.

Wir vermuten sie in der Nähe von Blüten, richtig, denn Blütennektar stellt die Hauptnahrungsquelle der Schmetterlinge dar. Bis auf wenige Ausnahmen besitzen sie keine Kauwerkzeuge und können deshalb nur flüssige Nahrung aufnehmen. Dafür besitzen sie einen langen Saugrüssel, der unter dem Kopf zusammengerollt wird und deshalb kaum zu sehen ist. Ausgestreckt können die Schmetterlinge damit Blütensäfte aufsaugen, die andere Insekten mit einem kurzen Rüssel nicht erreichen. Beim Besuch der Blüten verteilen sie, wie andere Insekten auch, die Pollen der Pflanzen und helfen dadurch bei der Bestäubung der Pflanzen mit.

Zuerst die Raupe?

Schmetterling, BrombeerblüteFast richtig, der Lebenszyklus der Schmetterlinge beginnt mit den Eiern, die von den Schmetterlingen zum Beispiel an Blättern oder Halmen abgelegt werden. Sie variieren in Größe, Form und Farbe wie auch die Schmetterlinge vielfältige Formen und Farben aufweisen. Aus dem Ei schlüpft die Raupe. Da die Körperoberfläche der Raupe, die Kutikula, nicht wachsen kann, häuten sich die Raupen mehrfach bis sie ihre endgültige Größe erreicht haben. Manche Raupenarten besitzen giftige Dornen, um sich vor Feinden zu schützen, andere verbreiten unangenehme Gerüche zur Abschreckung. Die Raupen der Bläulinge sondern honigartige Sekrete ab und locken damit Ameisen an, die im Gegenzug vor Feinden schützen.

Mit der letzten Häutung erreicht die Raupe das Puppenstadium. In der Puppe werden alle Organe der Raupe zu Falterorganen umgeformt, zuletzt platzt die Haut auf und der Falter erscheint. Er sieht zunächst nicht aus wie ein Falter, die Flügel hängen noch runzelig herab. Damit sie zu voller Größe anschwellen, wird Blut in das Geäder gepresst. Dann müssen die Flügel noch in der Sonne getrocknet werden bevor der Schmetterling zum ersten Flug starten kann. Der Lebenszyklus ist mit der Paarung und erneuten Eiablage vollendet. Die Lebensdauer der Falter ist sehr unterschiedlich von einem Tag bis zu 10 Monaten.

 

Zugvögel unter den Schmetterlingen

diestelfalter, Schmetterlinge, WanderfalterWussten Sie, dass manche Schmetterlinge jedes Jahr im Frühling aus Afrika und dem Mittelmeerraum nach Mittel- und Nordeuropa einfliegen?

Sie legen dabei mehrere hundert oder gar tausend Kilometer zurück. Die Schnellflieger sind etwa zwei Wochen unterwegs. Das sind sogenannte Schwärmer mit schmaleren Flügeln und einem sieben mal so schnellen Flügelschlag, wie bei den gaukelnden Schmetterlingen, die wir vor unserem geistigen Augen haben. Da können Geschwindigkeiten von 50 oder 60 Km/Stunde entstehen.

Aber auch die Langsameren unter den Wanderfaltern mit bis zu 15 km pro Stunde bewältigen diese Entfernungen, bei Rückenwind geht’s deutlich schneller. Diese Flugleistung erbringen die kleine Schmetterlinge allerdings nur einmal in ihrem Leben. Im Gegensatz zu den Zugvögeln übernimmt den Rückflug die nächste Generation. Bei uns in Europa können diese wandernde Schwärme in den Alpenpässen beobachtet werden oder auch an der Traufkante der Schwäbischen Alb.

Zählaktion der Schmetterling in NRW

Schmetterling, Wiese, WanderwegImmer im Juni/Juli ruft der NABU NRW interessierte Bürger, Kenner und Laien, dazu auf Tagfalter in Gärten und Parkanlagen zu beobachten, zu zählen und die Daten zu melden. Infos, Zählformulare und Bestimmungshilfen finden Sie auf dem dazugehörigen Flyer “Zeit der Schmetterlinge“. Mit den Ergebnissen sollen Tendenzen über die Bestandsentwicklung der Tagfalter gewonnen und mögliche Maßnahmen zum Bestandsschutz erarbeitet werden.

Nur Mut, jede/r kann mitmachen!

Für Technikbegeisterte gibt es die NABU-App “Insektenwelt”, kostenlos für iOS und Android. Das bestimmen der häufigsten heimischen Insekten funktioniert ganz einfach. Die fotografische Erkennungsfunktion macht eine schnelle und einfache Bestimmung der Insekten möglich. Für uns Wanderer ein ideales Nachschlagewerk für unterwegs, das unseren Wanderrucksack nicht zusätzlich belastet, denn das Handy haben wir eh dabei. Obendrein erhalten wir eine sichere Bestimmung der entdeckten Falterart, vorausgesetzt es handelt sich um eine “gewöhnliche Art” und keine Rarität. Die App enthält 122 in Deutschland häufig vorkommende Arten, das geht weit hinaus über Zitronenfalter und Kohlweißling.

 

Fotowettbewerb Faszinierende Insekten

Wer Lust am Fotografieren hat, kann sich mit viel Geduld auf die Lauer legen und mit den Fotoergebnissen am Wettbewerb von NABU und CEWE teilnehmen. Einsendeschluss ist der 2. September. Hier die Infos dazu:

Auszug aus der Internetseite www.nabu.de/tiere-und-pflanzen:

Faszinierende Insekten – Fotos von Lebenskünstlern, Überfliegern und Schönheiten gesucht.

NABU und CEWE laden in einem gemeinsamen Fotowettbewerb dazu ein, die Faszination unserer Insekten in Bildern festzuhalten. Schicken Sie uns Ihre favorisierten Motive zu Insekten in Deutschland. Gemeinsam mit seinem Partner CEWE lädt der NABU vom 27. April bis zum 2. September 2018 zu einem Fotowettbewerb ein. Infos finden Sie unter: Fotowettbewerb Faszinierende Insekten.”