weit. – ein Film zum Träumen

Die Geschichte von einem Weg um die Welt

…und ich dachte schon ich hätte den Film verpasst, denn so ein kleiner exquisiter Film läuft in der Regel nur kurz im Cinema Münster. Eine Freundin hat mich aufmerksam gemacht, “er läuft noch”, also nichts wie hin. Die letzten Karten ergattert und dann 125 Minuten Begeisterung.

Die beiden jungen Menschen, Gwendolin Weisser und Patrick Allgaier aus Freiburg, wandern los um die Welt zu erkunden. Ihr Ziel ist es andere Länder, Kulturen und andere Landschaften kennen zu lernen. Dabei bleiben sie immer in Kontakt mit der Natur und mit sich selbst. Das ist erst mal nichts besonderes. Alle wandern inzwischen, wandern ist in, wandern auf dem Camino, auf prämierten Steigen, über die Alpen oder auf welthöchste Gipfel. Es gibt viele Reportagen und Bücher über Reisen in die entlegensten Teile der Welt.

Doch dieser Film ist anders. Die Naturverbundenheit der beiden Wanderer und ihre Offenheit allem Fremden gegenüber und vor allem ihre Echtheit zieht den Zuschauer in den Bann. Per Anhalter geht’s Richtung Osten, die Meere werden per Schiff überquert, das Flugzeug als Transportmittel schließen sie aus. Die Nacht verbringen sie am liebsten im Zelt abseits der Straßen und starten am Morgen mit der aufgehenden Sonne in den Tag. In den Städten übernachten sie bei gastfreundlichen Mitmenschen. Zwischendurch arbeiten sie für Kost und Logie in verschiedensten Einrichtungen. Es sind stille Bilder in dem Film, wunderschöne Naturaufnahmen und Bilder von Menschen aller Kulturen, denen mit Achtsamkeit begegnet wird. In allen Ecken der Welt erleben sie Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft, in Zeiten der Flüchltingsproblematik sehr wohltuende Bilder.

Auf diese Weise umrunden Sie die Erde in mehr als 3 Jahren. Wird zwischendurch eine Weltkarte mit dem Verlauf der Route eingespielt wird, geht ein Raunen durch den Kinosaal. Bloßes Erstaunen drückt sich aus über die bewältigten Strecken, die Ländervielfalt und immer wieder Erstaunen über diese Bilder von Landschaften und Menschen, die ohne Texteinspielung für sich sprechen. Der Film hat mich tief berührt.

Was zu Beginn für Freunde und Familie gedacht war, wurde zum Kinofilm, der in ganz Deutschland gefragt ist und Rekorde bricht.

Verpassen Sie ihn nicht!

 

Eindruck zum Film im Prolog der beiden Wanderer

Auf ihrer Internetseite “weitumdiewelt.de” schreiben die beiden weit.-Wanderer:

“Uns zieht es hinaus.
Mit Rucksack, Zelt und nur dem, was wir wirklich brauchen.
Und das alles über Land.
Nie den Kontakt zur Erde verlieren.
Immer Strecke spüren.
Über die Meere mit dem Schiff,
denn jeden Meter wollen wir mit all unseren Sinnen wahrnehmen,
mit Zeit reisen.



Wir lernen Grenzen kennen.
Wollen lernen was Verzicht heißt und was Genuss bedeutet.
Es ist der Versuch nicht mehr als 5 Euro am Tag auszugeben.
2 oder 3 Jahre.
Vielleicht mehr, vielleicht weniger.
Wir sind keine Helden, sind nichts Besonderes,
wir hören lediglich auf das Gefühl in unserem Bauch.
Dabei sind Spontanität und Neugierde unsere engsten Begleiter. 



Wir verlassen unser Zuhause, um zu lernen was für andere Heimat bedeutet.
Und es wird einen Film geben.
Irgendwann.
Denn dann sind wir so weit in den Osten gereist,
dass wir über den Westen wieder zurück gekehrt sind.”