Wir “Warten auf den Fluss”

Genau an der Stelle der Skulptur “Warten auf den Fluss” wird im Jahr 2020 die neue Emscher fließen. Noch ist kein Wasser zu sehen, also heißt es warten…

Auf unserer diesjährigen Tour haldenglück haben wir die Möglichkeit “Warten auf den Fluss” zu erleben. Die Skulptur ist von 4. Juni bis 3. September im Rahmen der Grünen Hauptstadt Europas – Essen 2017 an den ursprünglichen Standort auf der Emscherinsel zurückgekehrt. Bei unserer Singlewanderung am 30. Juli machen wir einen Abstecher zu “Warten auf den Fluss”!


Künstlergruppe Obsevatorium bei der Emscherkunst

Die Emscherkunst begleitet als Triennale den Umbau der Emscher. Seit dem Kulturhaupstadtjahr RUHR.2010 findet die Ausstellung alle drei Jahre an den Ufern der Emscher statt, veranstaltet von der Emschergenossenschaft, Urbane Künste Ruhr und dem Regionalverband Ruhr. Die Künstlergruppe Observatorium aus Rotterdam, das sind Geert van de Camp, Andre Dekker, Lieven Poutsma und Ruud Reutelingsperger sind mit Ihrer Skulptur “Warten auf den Fluss” seit 2010 dabei.

Auf der Internetseite www.wartenaufdenfluss.de steht:

Mit Warten auf den Fluss hat die niederländische Künstlergruppe Observatorium ein ganz besonderes Werk geschaffen. Die Skulptur ist der Publikumsliebling der Triennale Emscherkunst geworden.
Die rund 38 Meter lange, überdachte Brückenskulptur wird durch drei Pavillons gegliedert. Ihre Zickzackform ermöglicht aus den großflächigen Fenstern ein weites Panorama auf die umgebende Landschaft und schafft kleine Innenhöfe zwischen den Pavillons. Dabei versteht sich Warten auf den Fluss konzeptuell und funktional als „gebauter Vorschlag“: Bis das neue Emschertal im Jahr 2020 Realität werden wird, dient diese Brücke mit ihren Aufenthaltsräumen dem „produktiven Warten“, denn genau an ihrem Standort wird in Zukunft die renaturierte Emscher fließen. Warten auf den Fluss ist also eine noch „schlafende Brücke“. Gleichzeitig sehen die Künstler die Skulptur als „ein Werk der Fantasie, eine Reflexion über die Umgebung und ein Baustein für Gemeinschaft“.”

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Übernachten –  und Warten auf den Fluss

bezaubernd – beglückend – entschleunigend – einzigartig

Sie denken, na und, auf dem Holzsteg passiert doch nichts, was soll da besonders sein? Eben, es passiert offensichtlich nichts an diesem Ort mitten im Ruhrgebiet zwischen stinkender Emscher und Rhein-Herne-Kanal. Dort war ich 2016 für eine Nacht mit Freunden Gast auf der “schlafenden Brücke”. Einmal vor Ort zieht einem die Skulptur in ihren Bann, erst Recht abends, wenn keine Menschenseele mehr vorbei kommt, man auf der Brücke zusammen mit den zufälligen Mitgästen aus Dänemark, ebenso verzaubert wie wir, den Sonnenuntergang erlebt, die Natur hört, und – wartet auf den Fluss.

Die Schlichtheit des Bauwerkes aus recyceltem Bauholz überzeugt. Es ist alles vorhanden was Mensch braucht, Tisch und Bank, Bett und Nasszelle. Null Luxus und doch, oder vielleicht gerade deshalb, ist es das pure Glück diese Stunden dort zu erleben.

Köstlichkeiten von Marja serviert

Das Erlebnis auf der Brücke wird mit der freundlich-offenen und gleichzeitig zurückhaltenden Art der Künstlerin Marja Zomer und ihren servierten Köstlichkeiten zusätzlich zum Genuss für den Gaumen. Die Niederländerin Marja ist für das check-in und die Verpflegung zuständig. Sie zaubert für uns unter anderem Süßkartoffelsuppe mit Kokos-Limetten-Creme, rote-Beten-Burger und Warmen Kürbis-Salat mit Kichererbsen-Tahin auf den Tisch – ein Genuss!

Emscher-Umbau

Das Generationenprojekt Emscher-Umbau der Emschergenossenschaft verfolgt das Ziel die Abwasserkloake des Ruhrgebiets, die Emscher, oder auch den “dreckigste Fluss Europas” in eine abwasserfreie Region zu verwandeln. Dazu muss zwischen Dortmund und Dinslaken auf einer Strecke von 51 km Länge eine neuer unterirdischer Abwasserkanal gebaut werden. Zeitgleich wird die Emscher in ein neues Bachbett verlegt. Das gesamte Projekt Emscher-Umbau ist für einen Zeitraum von 30 Jahren geplant. Der Großteil der Arbeiten ist bereits fertig gestellt.