Adel, Stuck und Buchenwald

SingleWanderung mit Verlosung

Am vergangenen Sonntag fand die dritte Singlewanderung aus dem Wanderfürer statt, “Auf Adels Spuren” durch den Bagno-Park in Burgsteinfurt und über den angrenzenden Buchenberg. Bei der Verlosung kam wieder Freude auf, denn es gab ein Wanderbuch “Wanderungen für die Seele – Münsterland” und einen Gutschein für eine SingleWanderung zu gewinnen. Nicht nur die dritte Gewinnerin strahlte, alle anderen konnten einen Blumengruß in Form von Wildblumensamen mit nach Hause nehmen.

Einzigartige Konzertgalerie

Doch zuerst war Wandern angesagt bevor es ins Café und zur Verlosung ging. Gleich zu Beginn führte uns Frau Hepker von Steinfurt Touristik durch die berühmte Bagno Konzertgalerie und den Bagno Park. Die älteste freistehende Konzerthalle auf dem europäischen Kontinent wurde 1773-74 im Auftrag vom Grafen zu Bentheim-Steinfurt erbaut. “Endlich können wir den Konzertsaal auch mal von innen sehen” war unter den TeilnehmerInnen zu hören. Und wir staunten nicht schlecht: Der eingeschossige, schlicht rechteckige Bau ist im Innern reich verziert.

Konzertgalerie Burgsteinfurt, Kunstmarmor--Säulen, Verzierung mit Blattgirlanden

Die Säulen zwischen den zwölf Fenstertüren an den Längsseiten sind aus Kunstmarmor aus gefärbte Stuckmasse von Spezialisten wieder hergestellt worden. Schmale dreigeteilte Spiegel, Verzierungen mit Blumengirlanden und Blattranken Säulen bringen uns zum Staunen.

In den grottenartigen Nischen auf den Stirnseiten sind Reste von Verzierungen aus Muscheln, Schneckenhäusern und Kieseln zu erkennen. In einer der Nischen war ursprünglich ein kleines Wasserspiel installiert, erzählt unsere Führerin. Seitlich neben den Grotten sind Stuckbilder zum Thema Wasser, Natur, Musik und Kunst angebracht. Sie zeugen vom Interesse des Grafen an Kunst und Natur und vor allem seiner Liebe zur Musik.

Seit 1997 wird der umfassend renovierte Konzertsaal wieder für Konzerte mit zum Teil weltbekannten Künstlern genutzt. Er ist bekannt für seine excellente Akustik. Unsere Führerin hat uns beim Einspielen einer Musik-CD hören lassen…

Auch für das gemeine Volk?

Das “gemeine Volk” durfte tatsächlich zuhören, fragten einige ungläubig. Ja, bestätigte unsere Führerin, zwar als Zaungäste draußen vor der Konzertgalerie, doch das tat wohl dem Hörerlebnis keinen Abbruch. Die zwölf Fenstertüren wurden während der Konzerte weit geöffnet. Die Einbeziehung des umgebenden Parks und damit die Verbindung mit der Natur durchaus gewünscht.

Bagno Park Burgsteinfurt, SingleWanderung Auf Adels Spuren, Fürhung durch die Konzertgalerie
Fotonachweis: Mitwanderin Stephanie

Auch der gesamte Park war öffentlich zugänglich und war Ende des 18. Jahrhunderts ein beliebtes Ausflugsziel. Bauwerke wie Ruineninsel, Ägyptischer Turm, Chinesischer Salon oder Moschee nach dem exotischen Geschmack des Grafen umgesetzt, lassen den Vergleich mit dem heutigem “Disneyland” aufkommen. Am Modell konnten wir die Erläuterungen der Führerin im Zusammenhang erkennen, draußen beim Rundgang wurde die Dimension des Parkes anhand des alten Baumbestandes erst so richtig deutlich.

Mix aus Natur und Kultur

Nach so viel geschichtsträchtigen Informationen war erst mal eine Stärkung fällig, gut dass wir alle ein Rucksackvesper dabei hatten. Bei der anschließenden Wanderung durch die angrenzenden Buchenwälder konnten wir das neue Wissen nochmals Revue passieren lassen. Die Mischung aus Kultur und Natur bei dieser Wanderung hat viele angesprochen, ganz im Sinne vom Grafen zu Bentheim-Steinfurt.