Salz aus dem Salinenpark Rheine

SingleWanderung zum Salinenpark Rheine

Salinenpark Rheine, Wanderziel von SingleWandern MünsterDie Wanderung “Salzluft tut gut” führt auf stillen Wegen entlang der Ems in den Salinenpark Rheine. Das Parkgelände wurde im Rahmen der “Regionale 2004” als Freizeit- und Erholungsraum neu überplant. Ursprung war ein Kurpark an der selben Stelle, der nach Entwicklung des Solebades 1897 angelegt wurde. Bei einer Führung auf dem Salinengelände und im Salzsiedehaus erfahren die TeilnehmerInnen der Wanderung Interessantes zur Entwicklung des Parks und der Saline “Gottesgabe”.

Bis 1953 wurde hier das begehrte Salz gewonnen. Mit der Erfindung der Dorngradierung Ende des 17. Jahrhunderts konnte die Rohsole an den Außenwänden des Gradierwerkes verrieselt werden. Der Salzgehalt der Ausgangssole wurde dabei von 9 % auf bis zu 20 % Salzanteil veredelt. Die Dornen sind übrigens Zweige der Schlehe, die wegen ihrer dunklen Beeren auch Schwarzdorn genannt wird. Ursprünglich war das Gradierwerk 300 Meter lang. Noch bis heute ist ein 35 Meter langer Teil erhalten. Ein weiterer Abschnitt von 30 Metern Länge wurde im Rahmen der Regionale 2004 neu erstellt.

 

Das Salz aus Rheine ist schon weit rumgekommen

Heute wird an der Saline Gottesgabe nach historischer Methode Salz gewonnen. Natürlich enthaltene Mineralien und Spurenelemente bleiben bei dem angewandten Verfahren erhalten. Das vom Förderverein Saline Gottesgabe gewonnene Rheiner Salz, kann käuflich erworben werden.

Die Salzsäckchen, so wird erzählt, werden vom Landtag in Düsseldorf zu besonderen Anlässen an Besucher verschenkt. Auf diesem Weg soll das Rheiner Salz sogar bis in das Schloss Bellevue gelangt sein, zu Herrn Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Internationales Aufsehen hat die im vergangenen Herbst eröffnete Schausiedepfanne erregt. Der Vorsitzende des Fördervereins Saline Gottesgabe wurde eingeladen beim „Internationalen Kongress zur Wissenschaft des Salzes“ im spanischen Baskenland über die Schausiedepfanne zu referieren.

 

Gradierwerk Saline Gottesgabe Rheine    Schwarzdornwand Gradierwerk Salinenpark Rheine, SingleWandern Münster

Salz als Lohn

Bereits die Ägypter nutzten Salz als Gewürz und Konservierungsmittel und bei den Römern wurde Lohn zeitweise mit Salz ausgezahlt. Denken wir heute an Salz, haben wir, seien Sie ehrlich, sofort die Packung aus dem Supermarkt mit den fein rieselnden weißen Körnchen vor Augen. Wir streuen Salz über die aufgeschnittene Tomate, das Frühstücksei, ins Nudelwasser oder als Prise in den süßen Rührteig beim Kuchen backen. Das ist alles selbstverständlich für uns, war es aber nicht immer, denn Salzgewinnung war ein mühsames Geschäft.

Im ältesten bekannten Bergwerk der Welt, in Hallstatt, förderten Bergleute noch vor Christus mit einfachsten technischen Mitteln das Salz aus 300 Meter tiefen Schächten. Eine andere Methode war natürlich vorkommendes Salzwasser in großen Wannen über Feuerstellen einzudampfen. Im Mittelalter wurde Sole künstlich hergestellt, indem Wasser in Hohlräume im Salzgestein eingeleitet wurde. Die so entstandene Sole wurde anschließend über Tage gesiedet.

 

Ohne Salz geht nichts

Salz (Natriumchlorid) ist lebenswichtig für uns Menschen. Pro Tag sollen wir ca. 6 Gramm zu uns nehmen, denn unser Körper kann weder Natrium noch Chlorid  selbst bilden. Beide Stoffe sind essentiell für die Regulation unseres Wasserhaushalts.

Salz war einmal ein begehrtes Mineral und brachte den Besitzern Reichtum und Macht. Mit der industriellen Herstellung wurde es zum billigen Alltagsprodukt, für jedermann käuflich.

Am Ende der SingleWanderung, nach der Führung durch den Salinenpark werden die Teilnehmer unter Anleitung selbst Salz sieden. Dabei wird die Mühe der früheren Salzherstellung deutlich. Das kleine Tütchen Salz, das die TeilnehmerInnen mit nach Hause nehmen können, erhält dadurch einen ganz besonderen Wert.

 

Fotonachweis: Salz – Städtische Museen Rheine